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Alles über Schuhgrößen (Teil 4): Interwiew mit Achim Gaab – Orthopädie-Schuhmachermeister

Wie wähle ich die richtigen Herrenschuhe aus? Worauf soll ich bei der Passform von Männerschuhen achten? Wenn man den passenden Herrenschuh für sich gefunden hat, kann man eine lange Zeit Freude mit Ihm haben. Damit das problemlos gelingt, haben wir den Orthopädie-Schuhmachermeister Achim Gaab interviewt, der viele wertvolle Tipps zum Schuhkauf für Männer gibt.

Wie sollte man vorgehen, wenn man die richtige Schuhgröße bei Herrenschuhe finden will? Gibt es auch Tipps für Online-Herrenschuhe-Shopper?
Die Grundregel für die richtige Schuhgröße: Eine Daumenbreite zwischen Schuhspitze und großem Zeh und, dass ist von besonderer Wichtigkeit um das Ergebnis nicht zu verfälschen, in belasteten Zustand. Dieser Spielraum sorgt bei der Schrittabwicklung im Moment des Abrollens für genügend Spielraum im Schuh.
Deutlich schwieriger wird es bei der Weite. Es gibt schmale und breite Füße. Füße mit hohem Spann, Plattfüße oder, bei Männern etwas seltener, Füße mit ausgeprägten Ballen. Bei allen Füßen ist die Wahl der richtigen Schuhform zu beachten. Besonders im Onlinekauf ist daher die Beschreibung der Schuhform von besonderer Wichtigkeit.

Allerdings sollte „Mann“ nicht den Fehler begehen, bei breiten Füßen den zu schmalen Schuh einfach eine oder zwei Nummern größer zu Wählen. Das Oberleder wirft dann garantiert Falten und sieht schnell unansehnlich aus und verschleißt auch deutlich schneller.

Warum fallen Herrenschuhe in der Praxis so unterschiedlich aus?
Es gibt die französische Größe, die englische Größe, die amerikanische Größe und die deutsche Größe. Leider existiert für diese Größen keine Industrienorm. Eine Ausnahme bildet der Mondopoint, der einer Norm entspricht, aber lediglich für die Bundeswehr und die Nato verwendet wird und für den Privatkunden nicht relevant ist. Die Unterschiede sind der Ungenauigkeit der verschieden Hersteller geschuldet.

Worauf sollte man achten bei der Passform?
Sitz, passt, wackelt und hat Luft! Reinschlüpfen und Wohlfühlen ist die Devise. Grundsätzlich empfehle ich: je teurer ein Schuh ist, desto länger darf man sich auch Zeit lassen mit dem Einlaufen des Schuhes. Ein preiswerter Schuh leiert schneller aus und bekommt verstärkt Gehfalten. Hochwertigere Schuhe haben durch den höheren Preis gerechtfertigt auch entsprechend teureres Oberleder. Das ist in der Regel zugfester und gibt nur an den Stellen nach wo es nötig ist. Dadurch behält der Schuh lange die Passform und wird mit jedem Tragen bequemer.

Wie fühlt sich im Idealfall ein passender Herrenschuh am Fuß an?
Die Ferse wird von der Hinterkappe gehalten. Hier darf es zu Anfang stramm sitzen. Im Vorfuß verspürt man beim ersten Probieren eine leichte Spannung. Zwischen dem großen Zeh und der Schuhspitze ist etwa eine Daumenbreite Platz. Der Zeh berührt auf keinen Fall die Schuhspitze – nicht vorne und nicht oben. Es existiert kein Spannungsgefühl am Rist. Der große Zeh wird nicht nach innen gedrückt, sonst kann sich mit der Zeit ein Hallux valgus entwickeln.

Wie wichtig sind individuelle Tragegewohnheiten bei der Wahl der Schuhgröße?

Natürlich entscheidet am Ende das ganz persönliche Tragegefühl jedes Kunden, ob ein Schuh passt oder nicht. Abzuraten ist allerdings von offenen Schnürsenkeln oder viel zu großen Schuhen, weil sich die Passform auch auf die orthopädische Fußgesundheit auswirkt.
Selbstverständlich kann man in Punkto Bequemlichkeit einen Turnschuh nicht mit einem Budapester vergleichen. Trotzdem kann nicht gelten – „wer schön sein will muss leiden“. Es gibt für jeden Fuß den richtigen Schuh. Und wenn es dann doch mal klemmt hilft der Orthopädie-Schuhmacher–Meister mit einer Anpassung oder einer individuellen Einlage nach Maß gerne weiter.

1 Kommentar »

  1. Also das ist ja mal zur Abwechslung wirklich interessant. Toller Blog. Hut ab und weiter so!

    Kommentar von König Kunde — 21. Dezember 2009 @ 20:47

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