Qualitätsmerkmale von Herrenschuhen: Die durchgenähte Machart
Wenn über Macharten von Schuhen gesprochen wird, dann fallen den meisten zuerst rahmengenähte Herrenschuhe als vermeintliche Königsklasse der Schuhherstellung ein. Tatsächlich werden solchen Schuhe oft in handwerklich hervorragender Qualität gefertigt – meistens bedeutet das Label „rahmengenäht“ alleine am Ende doch nicht allzu viel. Für einen guten Herrenschuh kommt es auf das Zusammenspiel und die Ausführung der verschiedenen Komponenten an. Heute wollen wir auf eine etwas unterschätzte und doch sehr wertige Machart eingehen: die durchgenähte Machart.
Entwicklung der durchgenähten Machart
Zunächst einmal schnell das Historische: Das erste Patent in diesem Zusammenhang wurde 1858 erteilt. Dieses erhielt der Brite Lyman Reed Blake für seine Erfindung der Durchnähmaschine. Weil er aber als Erfinder besser war denn als Unternehmer verkaufte er sein Patent an den Maschinenfabrikanten Gordon McKay. Wegen dieser beiden Herren wird die durchgenähte Machart gelegentlich noch als „Blake“ oder „McKay“ oder auch „maschinengenäht“ bezeichnet.
Die Vorteile von durchgenähten Herrenschuhen
Mit der durchgenähten Machart lassen sich Männerschuhe herstellen, die eine besonders hohe Sohlenflexibilität aufweisen, daher wird etwa für Mokassins meist die durchgenähte Machart verwendet.
Mit dieser Machart lassen sich auch Leder verarbeiten, die durch ihren hohen Fettgehalt schwer zu kleben wären.
Bei der Erwähnung von Mokassins und Loafern wird klar, dass die durchgenähte Machart die Fertigung von leichten und bequemen Schuhen ermöglicht.
Letzlich ist es aber genauso gut möglich, mit der Durchnähnaht ausgesprochen langlebiges und belastbares Schuhwerk herzustellen. (Übrigens sind viele Zeha Berlin Herrenschuhe in durchgenähter Machart hergestellt).
Woran erkennt man durchgenähte Herrenschuhe?
Das einzig verlässliche Kriterium, um diese Schuhe zu erkennen, ist die Durchnähnaht auf der Brandsohle. Wenn diese innen nicht mit einer zusätzlichen Lederinnensohle überklebt ist, dann lässt sich diese Naht sehr schön erkennen. Die Naht auf der anderen Seite, also der Laufsohle ist meistens ebenfalls ein Indiz. Oft genug ist diese Naht aber nur eine reine Ziernaht (im negativen Fall), und die Abwesenheit dieser Naht kann bedeuten, dass die Durchnähnaht durch die Zwischensohle geht und die Laufsohle zusätzlich aufgeklebt ist (im positiven Fall).
