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Shoegazing – Just another Wissenslücke closed

Nach einem Konzert des wunderbaren Jamie T. am letzten Wochenende (dessen Songtext für „Salvador“ auch für unsere Beschreibung des Salvador von F by Friis herhalten musste) fiel mir Tags darauf die Konzertkritik in der Süddeutschen Zeitung in die Hände. Darin ist bei der Beschreibung seines Stils auch etwas von „ein bisschen Shoegazertum“ zu lesen. Wie bitte, was? Shoegazertum? Noch nie gehört.

Dieses Wort war in dem Moment eine Überraschung in gleich doppelter Hinsicht. Erstens widerspricht es meinem Selbstverständnis, ein ganz passables Rock- und Pop-Wissen mitzubringen und zweitens stellt sich natürlich auch die Frage, was das ganze mit Schuhen zu tun gehabt haben soll – und dann natürlich warum mir dieser Ausdruck weder in der einen noch der anderen Hinsicht jemals untergekommen wäre.

Also um es nach exzessiver Recherche aufzuklären: Unter „Shoegazing“ wird eine Ansammlung von Bands aus der Zeit von Mitte/Ende 80er bis frühe 90er zusammengefasst, die neben einem damals innovativen Soundteppich sich auch dadurch auszeichneten, dass sie ständig auf ihre Schuhe zu starren schienen. Britische Musikjournalisten prägten daraufhin geschmackssicher den Begriff „Shoegazing“ (wörtlich etwa als “Schuhe anstarren” zu übersetzen) für die ganze Musikrichtung (zu der unter anderem auch die vorzüglichen „Jesus and Mary Chain“ und einige andere frühe Indie-Granden gehören). Die Erklärungen für dieses merkwürdige Verhalten der damals jungen Bands reichen von entrücktem Musikgenuss bis höchster Konzentration auf die Effektgeräte der Gitarre am Boden.
Und das war Sie auch schon, die heutige Lektion in Sachen „Wie schließe ich elementare Wissenslücken“ – allerdings heute ohne Link zu einem Jamie-T-Video, das scheint in diesem Fall nicht erwünscht zu sein. Wer ihn online sucht, findet gewiss sehr viel hörbares (und wird feststellen, dass der Junge mit Shoegazing so ziemlich genau gar nix zu tun hat).

2 Kommentare »

  1. Hier gibt es Shoegazer : http://www.used-hq.de/used-website/german/philosophy/philosophie-virgintongues-de.html

    Kommentar von Bob — 9. März 2010 @ 17:43

  2. Die sind echt gut, schöner Tipp. Danke Bob.

    Kommentar von Soleman — 11. März 2010 @ 19:49

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